Schluss mit den Loipen

Wir müssen aufhören, die Loipen für die neue Normalität zu spuren.

Nehmen wir an, die Wirklichkeit wird konstruiert, dann ist jede geschriebene Notiz, jeder annehmenende Kommentar über die kommenden Maßnahmen, über weitere vier harte Monate ein Baustein dieser Wirklichkeit. Die Wiederholungen der Meldungen werden zu sich selbst erfüllenden Prophezeihungen, wenn der Widerspruch, wenn das eindeutige NEIN fehlt.

Die Aussage: "Die Impfpflicht kommt sowieso" macht erst möglich, dass sie eingeführt werden kann. In unseren Gedanken wird verankert, was kommen soll. Wie schon Jean-Claude Juncker 1999 sagte: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Mit jedem Satz, den wir die Maßnahmen anerkennend, schreiben, verringert sich der Widerstand, schleift sich die neue Normalität ein. Wir akzeptieren durch die ständige Wiederholung dessen, was wir eigentlich nicht wollen, dass wir die Einführung vorbereiten.

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Ich lass mich doch nicht von jedem duzen

Gestern trank ich Kaffee vor dem Eingang eines Supermarktes. An den selbstöffnenden Glastüren klebten die obligatorischen provisorischen Coronaschilder auf denen stand: "Bitte haltet 1,5 M Abstand!" und "Deine Gesundheit liegt uns am Herzen." Hört sich irgendwie nett an, aber ich fragte mich doch: Warum duzt mich der Supermarkt?

Die Supermarktleitung erstellt eine Nähe, die mir widerstrebt: Mit dem Du wird eine Ebene erzeugt, die intimer ist, als sie sein sollte. Ich kenne niemanden von dem Markt, dem es zusteht, mich zu duzen. Es hat wirklich lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass Fremde mich siezen. Denn damit war immer das Gefühl verbunden, erwachsen und alt zu sein. Nun, da ich beides bin, bestehe ich auf dieser Form der Anrede, auch, weil ich eine abwartende Distanz zu Fremden sehr zu schätzen weiß. Denn wie heißt es so schön: „Ob ich Sie Arschloch oder Du Arschloch sage, macht einen Unterschied“ (Michael Kastner im Handelsblatt.) Das Du macht eine Beziehung verbindlicher, verringert die Distanz und erschwert Kritik. Ich möchte gern selbst entscheiden, ob ich diese Nähe will.

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Im Unterschied zu Schnee

Die Straßen in Mitteldeutschland sind weiß, Schnee häuft sich an den Rändern, es knirscht und rauscht, wohin man tritt. Wer kann, bleibt zu Hause. Die Kälte schließt uns ein. All das, was die Regierung verordnet, macht der vernünftige Mensch nun von ganz allein, während er auf Grund des Corona-Virus nicht gern zu Haus bleibt und sich Schlupflöcher sucht. Denn im Unterschied zu Schnee sieht man Corona nicht. Die Gefahr von der es in den Medien schallt, ist für die meisten nicht sichtbar. Nur wenige haben tatsächlich einen Menschen an die Krankheit verloren, einige kennen Infizierte, einige mehr wissen von belastenden Zuständen in Heimen und Kliniken. Doch das Narrativ von der Pest hat sich nicht erfüllt, sonst wäre der Schnee auf Leichenberge gefallen, die unsere Straßen verstopften.

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Wer schweigt, wird nicht gehört

"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" heißt es im Volksmund und tatsächlich ist das Schweigen eine Tugend, wenn man im Rauschen des Zu-oft-Gesagten seinen eigenen Verstand kaum noch versteht. Doch es gibt auch diese Momente, in denen jede erhobene Stimme zählt. In denen jeder wichtig ist, weil aus vielen Einzelnen erst eine Masse werden kann, die gehört wird, die politische Kraft hat. Aber was sehen wir von denen, die das Potential zu kreativem Lautsein haben - nicht viel. Kunst und Kultur protestieren mit Schweigen.

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Durchdacht: Alice Wellinger

Vor einigen Tagen bekam ich eine Facebook-Anfrage von Alice Wellinger, die ich nach kurzem Check unserer gemeinsamen Kontakte, auch annahm. Da ich gerade an einer Arbeit saß, die mir ausreichend Motivation zum Prokrastinieren gab, stöberte ich mal kurz bei Frau Wellinger auf der Homepage herum und entdeckte ... eine Denkerin.

Wellinger ist eine österreichische Künstlerin und Illustratorin, die mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde. Alle Infos findet man auf ihrer Homepage.

Das ist Kunst, die das Denken anregt. Wie die Arbeit: "News reloaded" eine Serie von Illustrationen, bei denen Schlagzeilen neu angeordnet, mit einem Bild versehen auf Zeitungen gebracht werden. Jede Wellinger-Schlagzeile scheint einen tieferen Sinn, eine Frage an die Gesellschaft, vielleicht sogar eine Anklage zu beinhalten. Da findet sich das Abbild Hitlers in einer Wurst: Kritisiert sie damit die Nazifizierung der Fleischesser oder macht sie sich über die Rechten lustig? Und dann das Bild auf dem eine Soma-Kapsel zu sehen ist, verbunden mit dem heiligen Wort OPTIMISMUS, in dem ja irgendwie, wenn auch falsch geschrieben ein MUSS drin steckt. Diese Arbeiten wäre prädestiniert für Tankstellentoiletten, wo man sonst auf Sanifair-Werbung starrt. Da hätte man was, das das Denken anregt, eine Idee, die man mitnimmt (wo man ja sonst immer nur was da lässt).

Hier ein Ausschnitt aus der Serie "News Reloaded" by Alice Wellinger

Composite News Reloaded 1 klein Alice Wellinger

Eine andere Arbeit sind die Steine.

Kunst, Österreich, Gesellschaftskritik

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