Ich empöre mich - Organspende jetzt im Supermarkt

Heute morgen sah ich bei Twitter einen Kassenzettel mit der Überschrift ORGANSPENDEAUSWEIS vom Penny. Zunächst hielt ich das für einen Witz, denn das kann doch nicht sein: Organspendeentscheidung im Supermarkt. Wie geht das weiter? Bezahlt man demnächst die Nierchen für das Sonntagsessen und lässt die Besitzurkunde für die eigene Leber gleich im Laden?

Ich fuhr dann schnell zum nächstgelegenen Penny und besorgte mir einen solchen Papierschnipsel. Eine ältere Frau gab ihn mir. Wir sprachen dann auch kurz über das Thema, aber sie meinte, sie sei sowieso zu alt dafür. Sie wusste nicht, dass in Deutschland inzwischen circa die Hälfte der Spenden von Menschen über 60 kommt. Vor allem Gewebespenden - und die sind recht lukrativ.

Es wird immer ungern darüber gesprochen, dass hinter altruistischen Motiv der Organspende vor allem ein Geschäft steht.

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Wir Mütter

Seit einem Jahr bin ich eine zerrissene Mutter. Das Wegfallen der gewohnten Strukturen, von Schule und nachschulischen Aktivitäten, das Verschwinden der Bezugsgruppen der Kinder hat mich aufgebläht und ausgehöhlt, denn plötzlich muss ich für alles da sein.
 
Mein Job ist nicht verschwunden, er will trotzdem erledigt werden. Doch jeder Tag im Homeoffice mit den Kindern zerreisst mich mehr. Immer ist da das schlechte Gewissen: Wenn ich mich um die Kinder kümmere, denke ich an die Arbeit. Arbeite ich, tun mir die Kinder leid.Meine kleine Tochter hat Anspruch auf Notbetreuung, doch sie geht nur widerwillig. Sie ist in der ersten Klasse und sagte neulich: "Mama, ich war noch nie ohne Corona in der Schule." Sie hat keine Schulroutine entwickelt und sie hat keine Lust.
Meine Große verliert den Anschluss, weil Lehrer nur Seitenzahlen schicken und online-Aufgaben, aber viel zu wenig erklären. Dann übernehmen wir Eltern das und ärgern uns über die Lehrer. Eine gute Beziehung kommt nicht zu Stande, alle fordern etwas von anderen, alle überfordern sich selbst.

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