Schau mal, Supermond!

Der Mond überstrahlt den Morgen und zieht alles an. Gestern schrieben sie vom Supermond, der auch noch pink werden soll. Nun steht das halbe Land um 5:30 Uhr auf. Weniger, um den Mond anzusehen, um ihn zu fotografieren. Das Internet wird voller Mondbilder sein. Wenige gut, viele schlecht - eben einfach Mond. Mond hinter Haus, hinter Feld, Mond mit Mensch, Mond ohne Mensch. Hauptsache Mond. Das ist das Thema. Und wer verfehlt das schon gern. Mondsucht in Deutschland.

Ich erinnere mich an ein Spiel, das man gern mit Kindern treibt, denen man ein Stück Schokolade klauen möchte. Man sagt: "Da, ein Flugzeug." Das Kind schaut hin und schon kann man unbemerkt zugreifen. Fokusverschiebung, Aufmerksamkeitslenkung. "Da, ein pinker Mond."

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Vielleicht doch nicht jeder Mensch - Ein Kommentar zu Ferdinand von Schirach

Das Grundgesetz liegt neben mir. Ich habe es im letzten Frühjahr gelesen. Relativ enttäuscht musste ich damals feststellen, dass fast bei allen Artikeln Einschränkungen bestehen. So z.B. Artikel 2 Punkt 2: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden." Das Grundgesetz ist existent aber nicht so manifest, wie ich glaubte. Die Neuerungen im Infektionsschutzgesetz belegen das ein weiteres Mal.

Und mitten hinein in das Chaos aus Verordnungen und Gesetzesänderungen, Einschränkungen und Grundrechte-Demonstrationen, wirft Ferdinand von Schirach nun ein Büchlein, das den Titel Jeder Mensch trägt und einige neue europäische Grundrechte ins Spiel bringt.

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Schluss mit den Loipen

Wir müssen aufhören, die Loipen für die neue Normalität zu spuren.

Nehmen wir an, die Wirklichkeit wird konstruiert, dann ist jede geschriebene Notiz, jeder annehmenende Kommentar über die kommenden Maßnahmen, über weitere vier harte Monate ein Baustein dieser Wirklichkeit. Die Wiederholungen der Meldungen werden zu sich selbst erfüllenden Prophezeihungen, wenn der Widerspruch, wenn das eindeutige NEIN fehlt.

Die Aussage: "Die Impfpflicht kommt sowieso" macht erst möglich, dass sie eingeführt werden kann. In unseren Gedanken wird verankert, was kommen soll. Wie schon Jean-Claude Juncker 1999 sagte: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Mit jedem Satz, den wir die Maßnahmen anerkennend, schreiben, verringert sich der Widerstand, schleift sich die neue Normalität ein. Wir akzeptieren durch die ständige Wiederholung dessen, was wir eigentlich nicht wollen, dass wir die Einführung vorbereiten.

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Verbinden nicht trennen

Ich habe seit Wochen die öffentlich-rechtlichen Medien, den Mainstream und auch die News der sozialen Plattformen vermieden. Immer neue Bestimmungen und Verordnungen, zeitfressende Diskussionen um Zahlen und Pläne und die schwindende Hoffnung, dass endlich etwas passiert, was uns von dieser Pandemie befreit, haben mich ausgelaugt. Das große Grau macht sich breit, alles ist egal. So wie das Nichts in der Unendlichen Geschichte die Fantasie erstickt, tötet Corona die Seelen der Menschen. Jede weitere irrationale Maßnahme macht uns dumpfer. Wir schlucken auch noch diese und auch noch die morgige, denn das ist das Einzige, wozu noch Kraft da ist. Hinnehmen und Überleben. Allein im Schimpfen auf die Regierenden erstrahlen wir kurz, bevor wir anfangen, wieder Wein und Bier zu trinken, um den Gedanken an einen Aufstand der Menschen zu ersäufen wie ein kleines süßes Katzenbaby.

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Ich lass mich doch nicht von jedem duzen

Gestern trank ich Kaffee vor dem Eingang eines Supermarktes. An den selbstöffnenden Glastüren klebten die obligatorischen provisorischen Coronaschilder auf denen stand: "Bitte haltet 1,5 M Abstand!" und "Deine Gesundheit liegt uns am Herzen." Hört sich irgendwie nett an, aber ich fragte mich doch: Warum duzt mich der Supermarkt?

Die Supermarktleitung erstellt eine Nähe, die mir widerstrebt: Mit dem Du wird eine Ebene erzeugt, die intimer ist, als sie sein sollte. Ich kenne niemanden von dem Markt, dem es zusteht, mich zu duzen. Es hat wirklich lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass Fremde mich siezen. Denn damit war immer das Gefühl verbunden, erwachsen und alt zu sein. Nun, da ich beides bin, bestehe ich auf dieser Form der Anrede, auch, weil ich eine abwartende Distanz zu Fremden sehr zu schätzen weiß. Denn wie heißt es so schön: „Ob ich Sie Arschloch oder Du Arschloch sage, macht einen Unterschied“ (Michael Kastner im Handelsblatt.) Das Du macht eine Beziehung verbindlicher, verringert die Distanz und erschwert Kritik. Ich möchte gern selbst entscheiden, ob ich diese Nähe will.

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