Schluss mit den Loipen

Wir müssen aufhören, die Loipen für die neue Normalität zu spuren.

Nehmen wir an, die Wirklichkeit wird konstruiert, dann ist jede geschriebene Notiz, jeder annehmenende Kommentar über die kommenden Maßnahmen, über weitere vier harte Monate ein Baustein dieser Wirklichkeit. Die Wiederholungen der Meldungen werden zu sich selbst erfüllenden Prophezeihungen, wenn der Widerspruch, wenn das eindeutige NEIN fehlt.

Die Aussage: "Die Impfpflicht kommt sowieso" macht erst möglich, dass sie eingeführt werden kann. In unseren Gedanken wird verankert, was kommen soll. Wie schon Jean-Claude Juncker 1999 sagte: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Mit jedem Satz, den wir die Maßnahmen anerkennend, schreiben, verringert sich der Widerstand, schleift sich die neue Normalität ein. Wir akzeptieren durch die ständige Wiederholung dessen, was wir eigentlich nicht wollen, dass wir die Einführung vorbereiten.

Eine Impflicht soll kommen? Nein, nicht mit mir, ich akzeptiere das nicht, jetzt nicht, morgen nicht und auch nicht nächste Woche. Hier ist der Punkt zu setzen. Diese Aussage darf nicht verwässert werden, durch Überlegungen, was ich dann machen will, wenn ich mich entscheiden muss. Mein Nein bleibt stehen.

Lasst uns Nein sagen und nicht länger: "kommt sowieso, was soll ich schon tun?, man kann ja eh nichts machen". Das Kommende, wenn auch widerwillig, anzunehmen, ist keine Positionierung. Nein heißt nein, nicht vielleicht und auch nicht, wenn - dann.

Aufgabe des Staates ist die Daseinsvorsorge. Aber diese Regierung hat nicht über unsere Körper zu bestimmen. Auch nicht, weil sie es mit der Masernimpfung gemacht hat, die zur Pflicht wurde, wenn Kinder in die Schulen wollen. Auch nicht, wenn sie per Gesetz das Recht hat. Es ist mein Körper, meine Gesundheit und ich erteile dieses Recht niemandem sonst. Gesetze können geändert werden, sie sind nicht manifest. Wäre dem so, dürfte ich bis heute nicht wählen gehen und müsste meinen Mann fragen, ob ich arbeiten darf.

Wir müssen endlich wieder unsere Position als Bürger besetzen. Unsere eigene, autonom gebildete Meinung aussprechen. Die Schranken des Denkes dürfen nicht länger Verordnungen, Zahlen und Horrorszenarien sein. Es wird Zeit, dass wir unser Zusammenleben aus freien Stücken neu verhandeln, in direktem Austausch, nicht vorgepackt in Portionen politischer Richtungen. Wir sollten uns die Frage stellen Wie will ich leben? und mit der Antwort in Hirn und Herz aufeinander zu gehen. Niemand hat das Recht über unser Leben zu bestimmen, kein Politiker, kein Virologe, keine abstrakte Allgemeinheit. Und niemand hat die Pflicht, sich zu opfern.

Das ist meine Position.


Autorin: Juliane Uhl

Foto: Knut Mueller

 

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