Kommentar zum Selbstbestimmungsgesetz

Tessa Ganserer, Lia Thomas - das sind die Namen, die in den letzten Monaten auftauchten, wenn es um die absurden Auswirkungen geht, die der Transaktivismus inzwischen mit sich bringt. Ein Mann, der sich wie eine Frau fühlt, besetzt einen Frauenquotenplatz. Und eine Frau, die mit einem Männerkörper (der eben nicht nur durch einen Penis bestimmt ist), den Frauenkörpern davon schwimmt und dafür Preise abräumt. Man kann sich das ansehen, darüber schmunzeln, denken, dass die Revolution ihre eigenen Kinder frisst, und es wieder vergessen. Denn: Was geht mich das Thema an? Wenn man sich jedoch die Ideen hinter dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz anschaut, dann kommt man ins Stocken, vor allem wenn man Kinder hat. Denn laut des Gesetzesentwurfes der Grünen und der FDP sollen Jugendliche ab 14 Jahren per Sprechakt ihren Geschlechtseintrag ändern können. Die Eltern haben dabei nichts zu melden. Ein pupertierendes Kind soll also in einer Phase der Unsicherheit und Umstellung solch weitreichende Entscheidungen treffen?
Bisher ist im Transsexuellengesetz geregelt, dass es eine psychologische Begleitung für Menschen gibt, die sich im falschen Körper wähnen. Das soll jedoch auch wegfallen, damit kann die Geschlechtsänderung zu einem willkürlichen Akt der Selbstbestimmung werden, dessen Folgen unbedacht bleiben. Denn wir reden hier nicht davon, dass eine Jugendliche mal drei Monate als "Johnny" angesprochen werden möchte, sondern davon, dass inzwischen eine medizinisch-psychiatrisches System auf diese jungen Menschen wartet, dass affirmativ (also bestätigend) behandelt, mit Pupertätsblockern und Operationen agiert.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie arbeitet an einer neuen Leitlinie, die die Altersgrenzen für Penis- und Brustamputationen zukünftig ganz wegfallen lassen will (im Buch, S.31f.) Krass, mag man denken, aber das betrifft mich und meine Kinder ja nicht. Dazu sei zu sagen, dass inzwischen gehäuft Mädchen meinen, dass sie eigentlich Jungs sind. Alice Schwarzer und ihre Co-Autorinnen gehen davon aus, dass dies am gestiegenen Druck auf junge Mädchen liegt, so schön zu sein, wie die befilterte Instagram-Influencerin. An die Stelle von psychologischer Beratung, die vermittelt, dass Mädchen keine Tussen sein müssen (das war doch mal die Idee des Feminismus), käme dann die Hormonbehandlung und der Übergang in den Männerkörper.
 
Mir ist es ehrlich gesagt, egal, was erwachsene Menschen tun, so lange sie niemandem schaden. Dass aber Kinder zukünftig ohne die Einwilligung ihrer Eltern derart weitreichende Entscheidungen treffen dürfen sollen, geht eindeutig zu weit. Wenn ich von solchen Gesetzesentwürfen lese, betrachte ich den Vorstoß zu "Kinderrechten im Grundgesetz" sehr kritisch.
 
PS: Es sei noch gesagt, dass Alice Schwarzer und ihre Team, sowie Birgit Kelle, die in NOCH NORMAL? -DAS KANN MAN GENDERN diese Thematik aufgegriffen hat, massiv angegangen werden. Dabei geht es bei diesen Publikationen nicht darum, Menschen zu diskreditieren, sondern um den sinnvollen Gebrauch von medizinischen Möglichkeiten, die sich nunmal nicht in Operationen und Medikamenten erschöpfen.
  • Aufrufe: 175