Neid

Neid ist erst auf den zweiten Blick der Wunsch nach dem, was andere sind oder haben. Zuvorderst ist es eine Lüge. Die häufigste Lüge, die Menschen sich selbst erzählen, um eigene Verbitterung bis hin zu Hass zu rechtfertigen, die ihren Grund meist in seit lagem gepflegten Nicht-Entscheiden und Nicht-Handeln haben.

Es ist die Lüge, die da lautet, dass einer ein anderer Mensch wäre und sein Leben ein besseres, hätte er, was der andere habe. Dass alles anders gekommen wäre, wären die Umstände andere gewesen.
Dabei ist es gerade umgekehrt: Auch unter optimalen Bedingungen, führen Nicht-Entscheiden und Nicht-Handeln - also Nicht-Leiden - an den sprichwörtlichen Schweinetrog der Unzufriedenheit und damit des Neides und des Hasses. Oder anders gesagt: Glauben die Soziale-Gerechtigkeit-Brüller und die Quoten-Brigade wirklich, sie wären wären starke, kompetente, integre, leidensfähige und opferbereite Menschen geworden, wenn die Umstände andere gewesen wären? Nein - denn sonst wären sie es längst. Die Umstände - egal, welche Umstände - sind bloss das jederzeit einsetzbare Ticket zum Scheitern.
Wenn darauf eine ganze sogenannte "Sozialpolitik" beruht, dann landet die ganze Gesellschaft früher oder später am Schweinetrog. Buchstäblich und sinnbildhaft.


 Autorin: Monika Hausammann (veröffentlicht am 19.01.2021 auf Facebook)

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