Kunst und politische Korrektheit (Ein Gedankenfetzen)

Sicher habt ihr die Aufregung um die Schweizer Knetehaare (so nennt meine Tochter Dreadlocks) mitbekommen. Es ist so bescheuert, dass ich gar nicht näher drauf eingehen will.

Diskussionswürdig ist allenfalls, dass die politische Korrektheit, der Gehorsam gegenüber selbsternannten Opfervertretern (denn ich nehme an, dass in Bern nicht Jamaikaner protestiert haben, sondern weiße junge Menschen, die nichts Wichtigeres zu tun haben), das eigentliche Problem ist. Dieses Problem finden wir an vielen Stellen: Jemand meint, er vertrete die "Opfer" von Rassismus, Sexismus, Transphobie, etc. und brüllt vertretungsbeleidigt herum. Verbunden mit der Forderung das ihn i.V. Verletzende zu unterlassen, bläht er sich auf und betont einzig das Trennende.

Weiterlesen: Kunst und politische Korrektheit (Ein Gedankenfetzen)

  • Aufrufe: 127

9 Wochen Zeit - Woche 1/3 - Anna Mayr

 S.  3/1: Frauen an die Arbeit // Anna Mayr

Sehr geehrte Anna Mayr,

vielen Dank für Ihren Artikel „Frauen an die Arbeit“ in der Ausgabe 30 der ZEIT. Honecker wäre stolz auf Sie gewesen.

Sie fordern mehr Frauen in die Vollbeschäftigung, weil das gut für die Gemeinschaft sei und Sie finden, dass es gerechter sei, wenn alle Menschen Erwerbsarbeit leisten, auch wenn sie "nervig sein kann und ausbeuterisch".

Frauen, die sich selbst um ihren Haushalt kümmern, nähmen professionellen Reinigungskräften die Jobs weg und drücken die Löhne. Ein sehr kreativer Denkansatz, den Sie da wählen. Ihre Lösung besteht darin, dass Frauen mehr außer Haus arbeiten und den Haushalt an Putzkräfte outsourcen. Die Arbeit übrigens, die sie abwertend unter „Wäschelegen“ zusammenfassen. Das können doch die anderen machen, „diese Arbeitskräfte, noch dazu meist migrantisch, ohne deutschen Pass“. Hört sich ein bisschen an, als sollte jede Frau ihren migrantischen Sklaven zu Hause haben. Die migrantische Hausangestellte übrigens, die dann das Geld nach Hause schickt zu ihren Kindern, die sie nicht sehen kann.

Weiterlesen: 9 Wochen Zeit - Woche 1/3 - Anna Mayr

  • Aufrufe: 760

9 Wochen Zeit - Woche 1/1 Mariam Lau

Schreibübung: 9 Wochen DIE ZEIT lesen und den Autoren antworten.

WOCHE 1 // Ausgabe Nummer 30

S.  1/1: Welche Krise? // Mariam Lau:

Sehr geehrte Frau Lau,

Danke, dass Sie das Alte-Weiße-Männer-Motiv nutzen, um mich von den Ideen der CDU/CSU abzuschrecken. Wenn diese Parteien meinen, sie könnten mich Leserin mit so ein bisschen Zeugs kaufen, dann haben sie sich geschnitten. So sollte ich wohl denken, doch leider verfängt das bei mir nicht, denn ich - als deutsche Bürgerin - würde mich über einen Winter in einer warmen Wohnung und die Verfügbarkeit von "Wurst" freuen.

Weiterlesen: 9 Wochen Zeit - Woche 1/1 Mariam Lau

  • Aufrufe: 247

9 Wochen Zeit - Woche 1/2 Mark Schieritz

 S.  1/2: Wer zahlt? // Mark Schieritz:

Sehr geehrter Herr Schieritz,

auf Seite 1 der Ausgabe Nummer 30 schreiben Sie unter der Frage "Wer zahlt?", dass bald die Rechnung für "die verfehlte deutsche Energiepolitik" fällig sein würde. Das ausbleibende russische Gas ist das Problem, dass uns Unsummen kosten wird, denn es soll Entlastungspakete und "Stützungsprogramme für Unternehmen" geben. Geldgeber, da Sie meinen, dass Sparmaßnahmen allein nicht ausreichen werden, müssen die Wohlhabenderen sein. Sie platzieren die Worte "Lastenausgleich" und "Kriegssoli" locker in dem Text und spuren schon einmal die Loipe vor, in die wir wohl bald gesetzt werden.

Weiterlesen: 9 Wochen Zeit - Woche 1/2 Mark Schieritz

  • Aufrufe: 198

Man kann die Dystopie nicht nicht sehen

Beängstigende Meldungen rasen Tag für Tag an mir vorbei. Kalte Wohnungen und Arbeitsplatzverlust drohen genauso wie die Verarmung der Bevölkerung. Laut Focus spricht Wirtschaftsminister Robert Habeck davon, dass 50 Prozent der Menschen im Land mehr ausgeben werden, als sie verdienen. Doch zum Glück, so heißt es im Artikel, habe die Regierung Antworten auf die beängstigenden Szenarien.

Ich nehme an, sie werden Geld verteilen, wenn die Menschen keines mehr haben, um sich Nahrung, Kleidung und Wohnen zu leisten. Sie werden noch mehr Geld drucken und ein staatliches Bürgergeld gegen die Armut einsetzen wollen. Digital zugänglich soll es sein, sicherlich gebunden an Bedingungen. Regierungskritik, Hate Speech und Diskriminierung, Transphobie und Bodyshaming werden Delikte sein, die zu monetären Sanktionen führen. So lange, bis der Freche endlich schweigt und brav tut, was alle tun sollen. Ein bedingungsloses Bürgergeld ist undenkbar seitdem Teilnahmeberechtigungen an Impfungen gebunden sind. Wir haben gesehen, wie es funktioniert: Wer nicht mitmacht, bleibt draußen.

Weiterlesen: Man kann die Dystopie nicht nicht sehen

  • Aufrufe: 778