Man konnte immer alles sagen

Am 20. September 2022 postete die Journalistin Dunja Hayali einen Screenshot von Prof. Dr. Stefan Homburg, in dem es um Meinungsfreiheit ging. Hayali hatte am 29. Januar 2021 im ZDF-Morgenmagazin Folgendes gesagt: „Man kann in Deutschland eigentlich alles sagen, man muss dann halt manchmal mit Konsequenzen rechnen.“ Homburg hatte, viel zu drastisch, einen Ausspruch des Diktators Idi Amin daruntergesetzt: „There is freedom of speech, but I cannot guerantee freedom after speech.“ Diese Zusammenstellung griff Dunja Hayali letzte Woche auf, um am Ende die Kommentare zu sperren. Grund genug, sich mit dem Ausspruch auseinandersetzen.

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Ein super Marktbesuch

Gestern wollte ich in einem Supermarkt ein bisschen Fleisch kaufen. Im Kühlregal wartete Bio-Hähnchen auf mich. Preis 25,00 Euro. Die Kinder essen so gern Hühnersuppe und Frikassee. Früher hatte ich das mit billigen Hühnerbeinen gemacht, bis ich einmal Chemie und Elend in der Hühnerbrühe schmeckte. Seitdem also Bio. Aber 25 Euro konnte ich gestern  nicht ausgeben, das war zuviel. Wie machen das Menschen, die sich das gar nicht leisten können? Die müssen weiter Chemie und Elend fressen. Die Armen.

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Kunst und politische Korrektheit (Ein Gedankenfetzen)

Sicher habt ihr die Aufregung um die Schweizer Knetehaare (so nennt meine Tochter Dreadlocks) mitbekommen. Es ist so bescheuert, dass ich gar nicht näher drauf eingehen will.

Diskussionswürdig ist allenfalls, dass die politische Korrektheit, der Gehorsam gegenüber selbsternannten Opfervertretern (denn ich nehme an, dass in Bern nicht Jamaikaner protestiert haben, sondern weiße junge Menschen, die nichts Wichtigeres zu tun haben), das eigentliche Problem ist. Dieses Problem finden wir an vielen Stellen: Jemand meint, er vertrete die "Opfer" von Rassismus, Sexismus, Transphobie, etc. und brüllt vertretungsbeleidigt herum. Verbunden mit der Forderung das ihn i.V. Verletzende zu unterlassen, bläht er sich auf und betont einzig das Trennende.

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Friedenspanzer - Ein Kommentar

Im ZEIT-Artikel "Haben wir die Abschreckung verlernt?", schreibt Jan Ross über seine Idee zum Sieg über Russland und andere "potentielle Gefahrenstaaten". Es reiche nicht mehr aus, dass Russland und USA einander nuklear gefährlich sein können. Vielmehr müsse der Westen, womit der Autor vor allem Deutschland meint, aktiv werden.

Man muss [...] durch sein Verhalten beweisen, dass man bereit ist, Risiken einzugehen und Opfer zu bringen.

Doch wer ist dieses "man", das sich da beweisen soll? Ganz sicher sind es weder Journalisten noch Politiker. Nein, es ist die deutsche Bevölkerung. Deutsche Soldaten der Bundeswehr sollen in einen Krieg gegen Russland ziehen. So zumindest schimmert es zwischen den Zeilen, die immer wieder nach Taten rufen. Da reiht sich der TV-Spot der Bundeswehr gut ein,  der zeigt, wie wichtig der Einsatz der Soldaten in den Kriegen der Welt ist. Nur durch diese können wir auch in Zukunft in Ruhe Macarons essen.

Jan Ross besteht darauf, dass eine "existenzielle politische Notwendigkeit" geboten ist, um zukünftigen Aggressionen vorzubeugen. Unsere "moralische Verpflichtung" bestehe darin, die territoriale Integrität der Ukraine wieder herzustellen. Moral und Existenzielles sind recht große Begriffe, mit denen der Leser da konfrontiert wird. Doch gehen diese überhaupt zusammen?

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9 Wochen Zeit - Woche 1/3 - Anna Mayr

 S.  3/1: Frauen an die Arbeit // Anna Mayr

Sehr geehrte Anna Mayr,

vielen Dank für Ihren Artikel „Frauen an die Arbeit“ in der Ausgabe 30 der ZEIT. Honecker wäre stolz auf Sie gewesen.

Sie fordern mehr Frauen in die Vollbeschäftigung, weil das gut für die Gemeinschaft sei und Sie finden, dass es gerechter sei, wenn alle Menschen Erwerbsarbeit leisten, auch wenn sie "nervig sein kann und ausbeuterisch".

Frauen, die sich selbst um ihren Haushalt kümmern, nähmen professionellen Reinigungskräften die Jobs weg und drücken die Löhne. Ein sehr kreativer Denkansatz, den Sie da wählen. Ihre Lösung besteht darin, dass Frauen mehr außer Haus arbeiten und den Haushalt an Putzkräfte outsourcen. Die Arbeit übrigens, die sie abwertend unter „Wäschelegen“ zusammenfassen. Das können doch die anderen machen, „diese Arbeitskräfte, noch dazu meist migrantisch, ohne deutschen Pass“. Hört sich ein bisschen an, als sollte jede Frau ihren migrantischen Sklaven zu Hause haben. Die migrantische Hausangestellte übrigens, die dann das Geld nach Hause schickt zu ihren Kindern, die sie nicht sehen kann.

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